Mit seiner Transporterstudie „Vision Van“ zeigt Mercedes-Benz Vans, wie die Zukunft der Paketzustellung auf der letzten Meile aussehen könnte. So verfügt das Zustellfahrzeug über intelligente Routenplanung, einen Drohnenlandeplatz und lässt sich per Roboter beladen.

Mit seinem Vision Van zeigt Mercedes-Benz Vans, wie der städtische Lieferverkehr der Zukunft aussehen könnte. Die wichtigsten technischen Ideen der Fahrzeugstudie stellen wir im Blog-Beitrag vor.

Emissionsfrei und mit Joystick unterwegs in den Städten der Zukunft

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Mit der Urbanisierung und dem Wachstum der Städte nehmen auch die Probleme im Verkehr zu. Schon heute haben urbane Gebiete mit den Folgen von CO2-Emmissionen zu kämpfen. Sie wirken sich negativ auf die Gesundheit der Bewohner sowie die Umwelt aus.

Städtische Mobilität muss deshalb in Zukunft zunehmend elektrisch werden. Das sieht auch Mercedes-Benz Vans so. Der Vision Van verfügt deshalb über einen elektrischen Antrieb, der das Lieferfahrzeug auf bis zu 120 km/h antreibt – bei einer Reichweite von maximal 270 km.

Der leise Elektroantrieb erlaubt außerdem die Belieferung innerhalb von Wohngebieten auch zu später Stunde. Gerade aus der Perspektive von E-Commerce Unternehmen, die ihren Kunden Same-Day-Delivery erlauben, ist dies ein wichtiger Pluspunkt.

Gesteuert wird das E-Lieferfahrzeug wie eine Spielekonsole per Joystick. Ohne Lenkrad und Pedale kann sich der Fahrer dadurch komplett frei in der Fahrerkabine bewegen. Durch die eingesparte Fläche kann außerdem der Fahrersitz nach vorne bewegt und dadurch mehr Laderaum gewonnen werden.

Intelligente Streckenplanung und vollautomatisierter Laderaum

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Das Zustellfahrzeug Vision Van von außen
Schon die Drohnen auf dem Dach zeigen, dass es das Zustellfahrzeug „in sich“ hat. © Mercedes-Benz Vans

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Eine weitere künftige Anforderung der Zustellung ist die Optimierung der Prozesse der KEP-Dienstleister. Schon heute sind die Mitarbeiter starkem zeitlichen Druck ausgesetzt, jede Minute zählt. Das gilt für die Lieferung genauso wie für die Beladung.

Um die Prozesse zu verschlanken, haben die Ingenieure von Mercedes-Benz zunächst einmal die Routenplanung und in Einklang mit dieser die Beladung verbessert: Anhand der Empfänger berechnet der Computer vollautomatisch die optimale Streckenführung. Anschließend werden die Pakete im Laderaum angeordnet. Das Laderaumsystem weiß jeder Zeit, welches Paket sich wo befindet. So kann auch bei Routenänderungen – zum Beispiel durch Verkehrsprobleme – flexibel reagiert werden.

Im Gegensatz zu klassischen Lieferwagen sind die Regale des Vision Vans nicht festinstalliert, sondern können außerhalb des Fahrzeugs von Robotern bestückt werden. Die gefüllten Regale werden anschließend ins Innere des Vision Vans gefahren. Die Ladezeit wird dadurch laut Mercedes-Benz von 80 auf nur fünf Minuten reduziert.

Und auch bei der Lieferung wird Zeit eingespart. Erreicht das Fahrzeug einen Empfänger, übergibt ein Hubarm das passende Paket automatisch an den Zusteller. Mühsames Paketsuchen gehört damit der Vergangenheit an.

Zustellfahrzeug mit Lieferdrohnen an Bord

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Zeit sparen soll außerdem die automatisierte Lieferung per Drohnen. Durch sie sollen Pakete an besonders entlegene Orte in einem Radius von zehn Kilometern geliefert werden können. Dem Vision Van werden dadurch zeitraubende Umwege erspart.

Dafür verfügt das Zustellfahrzeug auf seinem Dach über ein integriertes Drohnensystem mit zwei Fluggeräten eines amerikanischen Herstellers. Die Idee dahinter: Die autonomen Drohnen starten zum zuvor berechneten Zeitpunkt auf der Route, um bestimmte Paketen auszuliefern. Das integrierte System steuert den Flug, während der Fahrer auf einem Display Informationen erhält. Nach der Lieferung der Päckchen, die bis zu zwei Kilogramm wiegen können, kehren die Drohnen zurück zum Van und landen auf dem Dach.

Kommunikationszentrale Vision Van

Neben den Hinweisen zum Drohnenflug erhält der Fahrer auf den Displays seines Armaturenbretts eine Vielzahl weiterer Informationen. So ist er immer im Bild über Tachometer, die Route sowie den nächsten Stopp.

Daneben dient auch der Boden der Kabine der Kommunikation. Über Lichtsignale von im Boden verbauten LEDs erfährt der Fahrer, ob sich schwächere Verkehrsteilnehmer, also Fahrradfahrer oder Fußgänger, nähern. So gewinnt er Zeit, um zu reagieren und Schaden zu vermeiden.

Der Vision Van kommuniziert aber nicht nur mit dem Fahrer, sondern auch nach außen. Über eine Datenverbindung steht er in ständiger Verbindung zu seiner Zentrale, teilt so seine Position und den Fortschritt auf der Route mit. Der Kunde könnte dementsprechend online abrufen, wann genau der Fahrer bei ihm eintrifft.

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Innovativ ja, aber sind die Ansätze des Vision Vans realistisch?

Automatisierte Beladung, Elektromobilität, Drohnenlieferung – die Ingenieure von Mercedes-Benz Vans haben sich für den Vision Van einiges einfallen lassen. Durch die verbaute Technologie könnten Fahrer entlastet werden und die KEP-Dienstleister eine Menge Zeit bei Beladung und Belieferung einsparen. Außerdem könnte der Kunde vom Zustellfahrzeug profitieren: Er erfährt nicht nur genau, wann er beliefert wird, sondern kann sein Paket auch außerhalb der üblichen Lieferzeiten erhalten.

Gerade bei der Drohnenlieferung stellt sich die Frage, wie realistisch der Einsatz der Technologie in Deutschland ist. Drohnenflüge sind hierzulande mit erheblichen Voraussetzungen verbunden. Der kommerzielle Einsatz der Flugroboter im alltäglichen Lieferverkehr ist deshalb – wenn überhaupt – in weiter Ferne.

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