Von der kleinen Spedition in Wien zum innovativen Globalplayer der Logistikwelt – DB Schenker wird dieses Jahr 150. © DB Schenker
Von der kleinen Spedition in Wien zum innovativen Globalplayer der Logistikwelt – DB Schenker wird dieses Jahr 150. © DB Schenker

Schenker wird 150. Ein stolzes Alter in einer Branche, die wie kaum eine andere von Innovationen lebt und deren Player sich nie auf einem Status quo ausruhen dürfen. Unser Unternehmen und sein Gründer Gottfried Schenker beweisen, dass es in der Logistik nicht nur darauf ankommt, vorhandene Infrastruktur und technische Möglichkeiten zu nutzen. Wer sich in dieser Branche weltweit im Spitzenfeld etablieren und behaupten will, muss selbst Innovationen hervorbringen. Dass sich diese Überzeugung wie ein roter Faden durch unsere Chronik zieht, zeigen wir im Folgenden anhand einiger Meilensteine.

Gottfried Schenker (1842 bis 1901)

Doch zunächst Ehre, wem Ehre gebührt. Unser Firmengründer Gottfried Schenker wurde am 14. Februar 1842 in der Schweiz geboren. Sein Jurastudium in Heidelberg brach er 1865 unmittelbar nach dem Tod des Vaters ab. Fortan widmete er sich dem Speditionswesen. Sein Arbeitgeber beorderte ihn 1867 nach Wien.

Firmengründer Gottfried Schenker © DB Schenker

Nachdem er dort sehr schnell beruflich und privat Fuß gefasst hatte, heiratete er Barbara „Betty“ Schulz aus Mainz und gründete 1872 mit seinen Partnern Moritz Karpeles und Moritz Hirsch die Spedition Schenker & Co. Im gleichen Jahr wurde sein Sohn Eduard geboren, der sich als 20-Jähriger das Leben nahm. Eduards bester Freund war Dr. August Angerer. Dieser heiratete 1894 Gottfried Schenkers Nichte, wurde kurz danach vom Firmenchef adoptiert und als Universalerbe eingesetzt. Wenige Monate vor dem Tod von Gottfried Schenker am 26. November 1901 hatte Dr. August Schenker-Angerer die Geschäfte der Firma übernommen.

Erfindung der Bahn-Sammelverkehre

1873 brachte Gottfried Schenker erstmals in der Logistik-Geschichte einen Sammelverkehr auf die Schiene. Die Idee: Viele kleine Bahnsendungen werden gebündelt verschickt – anfangs von Paris nach Wien. Und was wurde befördert? Ohne ins Klischee fallen zu wollen: Es war genau das, was man gerne mit Frankreich in Verbindung bringt: Champagner, Cognac, Wein – natürlich Bordeaux – und ein paar Luxusgüter für die vornehme Wiener Gesellschaft. Die Erfindung der Bahn-Sammelverkehre war Gottfried Schenkers große Pionierleistung, die ihm 2010 die Aufnahme in die Logistics Hall of Fame einbrachte. In der Ruhmeshalle gebührt ihm ein Platz neben anderen Vordenkern der modernen Logistik wie Henry Ford (Fließband), Malcom McLean (Container) und Taiichi Ono (Kanban).

Frühe Expansion

Zwei Jahre nach der Firmengründung gab es Niederlassungen in Budapest, Bukarest, Prag und London. Luftfrachttransporte hoben seit Anfang der 1920er-Jahre ab und schon bald verließ Seefracht der Marke Schenker die Häfen.

Citylogistik um 1924 © DB Schenker

1959 gehörte Schenker zu den ersten Speditionen in Europa mit zentraler Datenverarbeitung. Mitte der 70er nahm bereits die vierte Computergeneration den Betrieb auf. Es folgten weitere Meilensteine, die Schenker als innovatives Unternehmen kennzeichnen wie 1994 die Eröffnung des zentralen Landverkehr-Hubs in Friedewald und des Luftfrachtzentrums in Frankfurt (2009).

Logistik und Umwelt

Der nachhaltigen Gestaltung von Verkehren gilt ein besonderes Augenmerk. Lösungen zur Reduzierung von CO2-Emissionen in der Luftfracht (bis 20 Prozent) und in der Seefracht (bis 50 Prozent) gehören inzwischen zum Portfolio. Im Landverkehr sorgen innovative Motoren und eine effiziente Auslastung der Fahrzeuge für weniger Emissionen. Auch in der Gebäudetechnik setzt DB Schenker auf energieeffiziente und nachhaltige Konzepte.

Schenker und der Sport

Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass Schenker und Sport seit Ewigkeiten zusammenpassen. Und das nicht erst seit den Olympischen Spielen von Rio de Janeiro 2016 oder Tokio 2020/21. Logistische Dienstleistungen im Umfeld der fünf Ringe sind seit 1936 (Berlin) dokumentiert. Bei den zweiten olympischen Spielen in Deutschland – München 1972 – war Schenker offizieller Olympiaspediteur.

Kommen wir abschließend noch einmal zurück auf die Anfänge der Firma. Laut Gesellschaftervertrag von 1872 war ihre „Dauer (…) vorläufig auf vier aufeinander folgende Jahre und somit bis zum 15. Juli 1876 festgesetzt“. – Die heutigen Kunden und rund 74.500 Mitarbeitende können nur froh sein, dass die Gründer das damals nicht allzu ernst genommen haben. Durch den unbeirrten Glauben an die Zukunft des Unternehmens ist ein weltweit führender Logistikdienstleister entstanden, der heute an 2.100 Standorten in mehr als 130 Ländern zu Hause ist und Full Service bietet: Landverkehr über Straße und Schiene, Luft- und Seefracht sowie umfassende Logistikkonzepte und globales Supply Chain Management. Und all das aus einer Hand unter einer Marke: DB Schenker.

In den nächsten Monaten werden wir den Leserinnen und Lesern unseres Blogs ein paar Highlights aus der 150-jährigen Firmengeschichte vorstellen. Bleiben Sie gespannt!

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Andreas Pietsch